Besitz und Rechte am Kloster Stein/Rhein
in und um Rotfelden von 1005 bis 1543

Auf der heutigen Rotfelder Gemarkung gab es vor dem 15. Jahrhundert zwei Widemhöfe und zwei Freihöfe, die auf zwei unterschiedliche Adelssitze zurückzuführen sind. Eine Zehend- und Wildbanngrenze, die mitten durch die heutige Gemarkung lief, trennte beide Bereiche, die aber seit dem Jahre 1007 gemeinsam ein Lehen des Bistums Bamberg waren. Aus der Sozialstruktur beider Widemhöfe entstand der erbliche Familienname Beutler.

Der nördliche Widemhof. Mit der Pfarrkirche Rotfelden, war in geistlichen Belangen seit 966/1005 dem Kloster Hohenwiel, bzw. Stein/Rhein unterstellt und verblieb in dieser Obhut rund 500 Jahre. Widemhof, Pfarrhaus, Pfarrkirche und Friedhof lagen 1,7 km nordwestlich des heutigen Ortskerns, unweit der sogenannten Alten Weinstraße, am Wendener Kirch- oder Totenweg. Die Einwohner von Wenden gehörten "tot oder lebendig" zu dieser Pfarrkirche. Aber seit dem 14. Jahrhundert gab es wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Einkünfte sanken rapide, begleitet von einem enormen Bevölkerungsrückgang. Kloster Stein/Rhein war nicht mehr in der Lage, die Pfarrei in der bisherigen Form weiterzuführen. Mit der Einverleibung der Pfarrkirche suchte es 1399 dem Übel abzuhelfen, was aber auf Dauer nicht gelang. Der Pfarrer siedelte in das heutige Dorf um, die Pfarrkirche zerfiel im 15. Jahrhundert, 1470 wird sie urkundlich zum letzten Mal genannt. Der ebenfalls in das heutige Dorf umgesiedelte Widemhof verlor seine Sonderrechte. Schließlich wird der einzig beim Kloster Stein noch verbliebene Rotfelder Zehend, kurz nach der Reformation, 1543 an Württemberg verkauft.

Der Widemhof des südlichen Gemarkungsteils hieß Frei-Meier- und Widemhof. Er war Kernstück der Rotfelder Ortsherrschaft, die sich unmittelbar westlich des heutigen Ortskerns um eine Wasserburg mit Fischweiher gruppierte. Im Unterschied zum nördlichen Widemhof besaß der südliche auch Hoheitsrechte (z.B. die hohe Jagd = Wildbann und Fischwasser), die 1007 über Nagold an das Bistum Bamberg kamen und später von den Grafen von Hohenberg und ihren Vasallen ausgeübt wurde.

Mit dem Niedergang der Grafen von Hohenburg zerfiel auch die Rotfelder Ortsherrschaft samt Burg. Die Nachkommen der einstigen Ortsherren verbauerten. Die mit Nagold verbundenen Hoheitsrechte wurden im 15. Jahrhundert, beim Aufbau des Nagolder Forstes, von Württemberg zurückgefordert.

Durch diese enormen Veränderungen im 14. und 15. Jahrhundert entstand das heutige Dorf Rotfelden mit seiner Gemarkung.

Um 966 Die sogenannte erste Stiftung des Klosters. Herzog Burkhard II. Von Schwaben (gest. 973) und seine Gemahlin Hadwig (gest. 944) stiften auf dem Hohentwiel ein Benediktinerkloster zu Ehren der Jungfrau Maria und der Heiligen Georg und Cyrill. Erster Abt dieses Klosters soll Walafrid/Wolfried der Selige gewesen sein, Graf von Calw und Nagold.
(Staatsarchiv Zürich, A145/Nr. 32; Staatsarchiv Schaffhausen, St. Georgenamt, G Nr. 4: Bericht des Konrad von Liebenfels vom Ursprung und Herkommen des Klosters Stein 1565)
1005, 
1.10.
Die sogenannte zweite Stiftung des Klosters. König Heinrich II. verlegt das von Herzog Burkhard und Hadwig gestiftete Kloster nach Stein/Rhein und schenkt dem Kloster, auf Bitten des Abtes von Reichenau, des Herzogs von Schwaben und anderer schwäbischer Fürsten, Besitzungen in 14 Orten, die der König von Hadwig geerbt hatte, darunter: Nagold, Epfendorf, Fischingen, Oberiflingen, Effringen, Rotfelden (Rahtfelda), Sindelstetten (abgeg. Bei Altensteig), mit den Kirchen, Zehenden, Höfen und Zinsleuten, Leibeigenen beiderlei Geschlechts, mit Weiden, Wiesen und Wäldern, Bebautem und Unbebautem, Liegendem und Fahrendem, mit Dienstleuten, Eigenleuten und mit ihrem Zubehör. Der König erklärt, das Kloster dem noch zu gründenden Bistum Bamberg unterstellen zu wollen, verbietet aber jedwede Bedrückung seitens der Bischöfe oder anderer Machthaber durch Steuer- und Abgabenforderungen.
(Original Pergament, mit dem Siegel des Königs, Staatsarchiv Zürich, C II 23, Nr. 1. Die Urkunde selbst ist eine Fälschung, aber der Inhalt stimmt).

Näheres zu dieser Urkunde: Hans Jänichen, Der Besitz des Klosters Stein (zuvor Hohentwiel) nördlich der Donau vom 11. bis zum 16. Jahrhundert, in, Jahrbücher für Statistik und Landeskunde Baden-Württemberg, Jahrgang 4, 1958, S. 76.

1007, 
01.11.
König Heinrich II. unterstellt das Kloster Stein/Rhein dem von ihm gegründeten Bistum Bamberg. Er schenkt diesem Bistum am gleichen Tage Besitzungen in 28 Orten, darunter auch Nagold im Nagoldgau, mit allem, was dazugehört, an Dörfern, Kirchen, Leibeigenen, Gebäuden, an Wäldern, Forsten, Weiden, Jagden, Gewässern, Fischwassern, Mühlen, Bebautem und Unbebautem und anderem Zubehör.
(Original der Urkunde im bayrischen Staatsarchiv München, abgedr. In Monumenta Germania historica, Nr. 166; Bömer, Reg. Imperii 1602)

Der Inhalt der beiden Urkunden von 1005 und 1007 ergänzt sich gegenseitig. In den jeweiligen Formulierungen liegt begründet, warum Kloster Stein in Rotfelden und Umgebung keine Hoheitsrechte an Freihöfen, Forsten, Jagden, Fischereirechten und Mühlen besaß.

 Um 1090 Erlewin von Rotfelden, Zeuge für Kloster Hirsau. Er ist wahrscheinlich identisch mit Erlewin von Bernbeck und nahe verwandt mit Erlewin von Steinheim. Er gehört zur Schicht der Edelfreien und ist daher nicht dem Kloster Stein unterstellt.
(Codex hirsaugiensis)
 Um 1105 Konrad von Beutelsbach und sein Bruder Bruno, Abt des Klosters Hirsau, übergeben diesem Kloster ein großes Gut (curia) in Pfrondorf. Dieses Gut liegt inmitten des 1007 dem Bistum Bamberg geschenkten Nagolder Forstes.
(Codex hirsaugiensis)
 Um 1140 Der Kleriker Heinrich von Mühlen bei Horb übergibt Kloster Reichenbach im Murgtal ein Gut (predium) in Rotfelden. Dieses Gut gehört nicht Kloster Stein. Es befand sich innerhalb der heute bebauten Rotfelder Ortslage. Heinrich von Mühlen dürfte ein früher Verwandter des 1294 erwähnten Heinrich gen. Zebanach gewesen sein.
(WUB 2, 416)
1245, 
04.11.
Abt Heinrich von Stein/Rhein belehnt Volmar, den Sohn des Vogtes (causidicus) von Horb mit dem Ungerichtshof in Oberiflingen.
(WUB 4, 115)
1275 Erwähnung der Rotfelder Pfarrkirche im sogenannten Liber decimationis. Diese Kirche befand sich 1,7 km nordwestlich der heutigen Dorfkirche und gehörte seit 966/1005 zum Besitz des Klosters Stein.
1278, 
02.05.
Berthold Ungericht von Sulz/Neckar überlässt seine vom Kloster Stein/Rhein zu Lehen gehenden Zehendrechte in Rexingen bei Horb, den dortigen Johannitern. Unter den Zeugen: Conrad Böckling, Schultheiß in Horb und sein Bruder Dietrich.
(WUB 3, 228)
1281,
01.08.
Burkhard, Kirchrektor in Rotfelden, Schlusszeuge, als Kloster Hirsau, wegen großer Schulden, sein Gut in Pfrondorf (curiam nostram in Phlundorf) verkauft. Burkhard ist naher Verwandter der Brüder Conrad und Dietrich Böcklin.
(WUB 6, 1.8.1281)
1286, 
30.01.
Berthold, Ungericht von Sulz/Neckar verkauft, zusammen mit seiner Frau Irmingard und den Kindern Heinrich, Berthold und Adelheid, die seither von Kloster Stein innnegehabte Zehendrechte in Rexingen bei Horb. Da Berthold kein eigenes Siegel besitzt, siegeln Konrad von Neuneck und sein Bruder Heinrich, Vogt von Sulz. Die beiden Brüder sind Söhne von Volmar, der 1245 mit dem Ungerichtshof in Oberiflingen belehnt wurde.
(WUB 9, 61)
1288,
 04.07.
Reinhard und Wetzel von Rotfelden Zeugen beim Verkauf von Oberjettingen. Reinhard ist wahrscheinlich der Vater von Wetzel und der 1294 erwähnten Heilwig von Rotfelden.
(WUB 9, 221) 
1289,
 23.09.
Kloster Stein/Rhein verkauft den sogenannten Ungerichtszehenden in Rexingen an die dortige Johanniderkommende. Unter den Zeugen: Ritter Volmar von Neuneck, er wurde 1245 mit dem Ungerichtshof in Oberiflingen belehnt, und sein Enkel Ulrich, Kirchherr in Nagold.
(WUB 9, 299/300)
1294, 
05.06./14.06.
Heilwig von Rotfelden und ihr Mann Heinrich genannt Zebanach (Hainrich dicti Zebanach de Ratvelt) und ihre Söhne Heinrich, Johann und Konrad verkaufen, mit Zustimmung des Grafen Burkhard von Hohenberg, Güter in Haiterbach, die Heilwig aus der Erbschaft ihrer Mutter besitzt. Es sind zwei Urkunden vorhanden. Die eine siegelt Graf Burkhard, die andere der Dekan von Öschelbronn, auf Bitten des Heinrich gen. Zebenach, der kein eigenes Siegel besitzt.
(WUB 10, 245 und 247) 
1327, 
30.06.
Wetzel von Ebhausen stiftet zu seinem und seiner Vorfahren Seelenheil, den St. Nikolausaltar in der Nagolder Filialkapelle mit jährlichen Einkünften aus seinen Gütern in Ebhausen und Rohrdorf. Er bestimmt, dass nach seinem Tode einer seiner Erben, mit Zustimmung des Abtes von Stein und des jeweiligen Nagolder Kirchherrn, auf den Altar präsentiert werden soll. Ist kein Erbe mehr vorhanden, so fällt die Collatur an den Abt von Stein.
Anhängend die Siegel des Bischofs von Konstanz, des Abtes von Stein, des Nagolder Kirchrektors Walter und des Wetzel von Ebhausen (Umschrift: Weccelonis de Ebhusen). Das Beil aus dessen Wappen hat die Gemeinde Ebhausen in ihr Wappen übernommen. Wetzel von Rotfelden und Wetzel von Ebhausen sind ein- und dieselbe Person. Heilwig und Wetzel dürften Geschwister sein und haben um 1310 die heutige Gemarkungsgrenze zwischen Rotfelden und Ebhausen durch Erbteilung festgelegt.
(Stadtarchiv Überlingen, Abt. LXXXVIII, L 17; Regest. Episcop. Constant. Nr. 4137)
1353, 
16.04.
Die Widem Rotfelden erwähnt, als Graf Burkhard von Hohenberg das Dorf Rotfelden an seinen Sohn verpfändet.
(HSTAS, A602/6421)
1379, 
20.07.
Kloster Stein/Rhein verkauft den Meierhof, den Zehenden und das Patronatsrecht der Pfarrkirche in Effringen an Konrad Grückler.
(Oberamtsbeschreibung Nagold, 1862, S. 159)
1384, 
11.11.
Hans Schäffer, Bürger zu Wildberg, verkauft seine Höfe und Güter in Rotfelden an die Kirche in Ebhausen. Hans Schäfer dürfte der Urenkel von Heilwig von Rotfelden und Heinrich gen. Zebanach sein. Sein Bruder Konrad ist 1387 Schultheiß in Wildberg.
(HSTAS, A602/14669)
1386, 
11.07.
Bischof Nikolaus von Konstanz vollzieht die Inkorporation der Nagolder Pfarrkirche (St. Remigius zu Oberkirch) durch Kloster Stein/Rhein.
(Staatsarchiv Schaffhausen, St. Georgenamt, UR Nr. 2/38)
1399, 
08.11.
Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem Kloster Stein/Rhein die Pfarrkirche in Rotfelden, weil Abt und Konvent des Klosters vortragen, dass sie aus den Einkünften des Klosters die Lasten und den Unterhalt nicht mehr bestreiten könnten.
(Generallandesarchiv Karlsruhe 1/116)
1406, 
09.08. 
Die Widem Rotfelden als Anstößer erwähnt, bei der Güterbeschreibung des Rotfelder Spitzin Gutes. Außerdem werden genannt: Alber Ungericht und Henibein, die wohl beide Urenkel von Heilwig von Rotfelden und Heinrich gen. Zebanach sind.
(HSTAS, A517/367)
1420,
25.01./26.07.
Junker Ulrich von der Hohenklingen, sowie weitere Adlige und Schultheißen, entscheiden einen Streit zwischen dem Kloster Stein/Rhein und Burkhard Meier zu Oberkirch bei Nagold, wegen dem Meierhof zu Oberkirch, dem Zehenden zu Mindersbach und dem Widemacker. Burkhard Meier gibt alle Lehenschaft zurück, die er und sein verstorbener Bruder Lupolt vom Kloster Stein zu Lehen hatte.
(Staastarchiv Schaffhausen, St. Georgenamt UR , Nr. 74 und 75; HSTAS, A602/11095)
1423, 
25.01.
Pfarrer Aubrecht Küng von Rotfelden, Schultheiß Conrad Alber, Wernher Ungericht und die andern (gemeint sind die übrigen Richter des offenen Gerichtes zu Rotfelden), urkunden, dass sie dem Kloster Reuthin bei Wildberg um 36 h einen Zins von 18 h verkauft haben, welcher St. Georg in Rotfelden aus der Langnau-Wiese zusteht. Mit St. Georg ist die heutige Pfarrkirche gemeint, die damals noch Kapelle, direkt an den Hof des Wernher Ungericht angebaut war. Siegler ist der Pfarrer.
(HSTAS, A517/369)
1429, 
12.05.
Die beiden Dornstetter Bürger Henslin Schenner und Aberlin Lettschmann verkaufen an den St. Georg in Rotfelden eine Abgabe aus den Höfen und Gütern zu Wenden, die der Syverlin baut. Mit St. Georg ist die heutige Pfarrkirche gemeint, die damals als Kapelle zum Hof des Wernher Ungericht gehörte.
(HSTAS, A602/6465)

Wernher Ungericht war Besitzer des Frei-Meier- und Widemhofes an der südlichen Gemarkungshälfte. Die in diesem Gebiet schon immer vorhandenen Freiheiten und Privilegien (z.B. Vogeljagd, die Hohe Jagd, die Fischerei usw.) wurden seit 1432 von den Territorialherren Baden und Württemberg beansprucht.
(Generallandesarchiv Karlsruhe, Abt. 67/65, fol. 47; HSTAS, A602/4721/6437)

1466/68 Hans Böcklin vom Eutingertal verkauft 2/3 der Rotfelder Widemmühle und des dazugehörenden Zehenden an seinen Vetter Wilhelm Böcklin. Die Witwe des Wilhelm Böcklin verkauft 1468 ihren Anteil weiter an den Grafen Eberhard von Württemberg. Mit dieser Mühle ist nicht die heutige Mühle gemeint, die erst 1764 erbaut wurde, sonderndie nördlich davon gelegene Ödenmühle. Aufgrund der Schenkungen von 1005 und 1007 gehörte sie nicht dem Kloster Stein/rhein. Diese Ödenmühle ist noch im 15. Jahrhundert abgegangen.
(Siebenbacher Wappenbuch. Die Wappen des Adels in Württemberg, Bd. 23, S. 82)
1470, 
29.06.
Datum Rom, apud Sanctum Petrum. Papst Paulus II. Nimmt den Abt und Konvent des Benediktinerklosters St. Georgen in Stein in seinen und in des Heiligen Apostels Petri Schutz. Er bestätigt dem Kloster alle seine Güter, geist- und leiblichen Freiheiten, Zehenden, Zinsen und Einkünften, wie auch den Besitz der einverleibten Pfarrkirche in Rotfelden (Raczfelden). In dieser Urkunde wird die dem Kloster Stein gehörende Rotfelder Pfarrkirche zum letzten Mal urkundlich genannt. Sie lag 1,7 km nordwestlich des heutigen Ortskerns.
(Staatsarchiv Scahaffhausen, St. Georgenamt, UR, Nr. 2767)
1471 Wernher Wydmayer, Inhaber des Klosters Stein gehörenden Rotfelder Widemhofes. Diese Widem hieß auch Martelens Gut und am ursprünglichen Standort (Grafik, 109 KByte) findet sich noch heute der Flurname "Bäcker Martins Wäldle". Die Bäckertradition bei Peter Beutler und seinen Nachkommen könnte auf diesen Bäcker Martin zurückzuführen sein.
(HSTAS, A54a, Schatzungsbuch von Stadt und Amt Calw)
1479, 
21.05.
Kloster Stein/Rhein verkauft dem Altschultheißen von Besenfeld eine Gült aus dem Zehenden zu Nagold, Mindersbach, Emmingen, Iselshausen und Unterschwandorf.
(HSTAS, A602/11126)
1479, 
06.07.
Peter Stoll, genannt Langpeter, von Rotfelden, verkauft dem Rotfelder Pfarrer und den Heiligenpflegern des "Hochwürdigen Himmelsfürsten, Ritters und Märtyrers Sankt Jörgen der Pfarrkirche zu Rotfelden" eine Gült aus der Erlachwiese am Bettenberg. Peter Stoll ist ein Vetter des Wernher Wydmayer und Neffe des Wernher Ungericht. In dieser Urkunde, die von dem Wildberger Schultheißen Berthold Bock gesiegelt wurde, ist die heutige Dorfkirche erstmals als Pfarrkirche genannt.
(HSTAS, A602/6471)
1480 Michael Schütz vom Eutingertal - vor 1474 Bürger in Horb - verkauft an Graf Eberhard von Württemberg 1/3 der Mühle und des zugehörenden Zehenden in Rotfelden, wovon die übrigen 2/3 früher den Böcklin vom Eutingertal gehört haben (siehe Verkäufe von 1466 und 1468). Hier handelt es sich um die letzte urkundliche Nennug der sogenannten Ödenmühle. Der ehemalige Mühlenstandort ist heute bewaldet, aber noch gut zu erkennen. Die Öden oder Euten, siehe Eutingertal, waren die Besitzer der Mühle.
1484 Stadt und Kloster Stein/Rhein werden unter den Schutz und Schirm der Stadt Zürich gestellt. Bereits 1478 war von Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich ein sogenannter Burgrechtsbrief für Abt und Konvent des Klosters Stein ausgestellt worden, der 10 Jahr Gültigkeit behalten sollte.
(Staatsarchiv Zürich, A145/Nr. 51 und. Nr. 32)
1505 Erste genaue Güter- und Hofbeschreibung des südlichen Rotfelder Widemhofes, des sogenannten Frei-Meier-und Widemhofes "ist alweg von alter her ain frey gut gehaissen". Der Gesamtbesitz betrug rund 63 ha und blieb bis in das 18. Jahrhundert ungeteilt.
(HSTAS, A295/96, H101/2)
1511 Erste genaue Güter- und Hofbeschreibung des nördlichen Widemhofes. Inhaber: Peter Wydenmeyer, Altschultheiß und sein Bruder Conrat Wydenmeyer, Söhne des Wernher Wydmeyer.
(HSTAS, H127/20)
1543, 
24.06.
Die Stadt Zürich verkauft, als Schirmherr und Kastvogt des Klosters Stein/Rhein, den Zehenden in Rotfelden und Wenden mit der Collatur über die Pfarrpfründe, an Herzog Ulrich von Württemberg.
(HSTAS, H103, A461/7, Nr. 1725)
1661,
04.11./03.12.
Die Altensteiger Bürger: Johann Weinmar, mit seiner Ehefrau Magdalena, sowie Jakob Baur, mit seiner Ehefrau Agatha, verkaufen um 95 Gulden an Herzog Eberhard von Württemberg eine jährliche Fruchtgült aus Bartlin Beutlers Lehengut in Rotfelden.
(HSTAS, H127/21, fol. 230; A310/B33,1)

Diese Rechte an Bartlin Beutlers Lehengut (der ehemaligen Widem) dürften aus einer früheren Erbteilung herrühren. Sie stammen aus der Familie Baur in Altensteig und Johann Weinmar hat sie 1633 durch seine Heirat miterworben. Seit der Einheirat Johann Weinmars wurde Bartlin Beutlers Lehengut das Weinmarische Gut genannt. Es behielt diesen Namen auch nach dem Verkauf von 1661 bis zur Zehend- und Gültablösung im 19. Jahrhundert.


Zustand der Klosteranlage 1997
Demnach gehörte der Rotfelder Widemhof samt Kirche zu einem Benediktinerkloster, welches um 966 auf dem Hohentwiel gegründet und um 1005 von Kaiser Heinrich II. nach Stein/Rhein verlegt wurde. Im Sommer 1525 wurde dort von Zürich aus die Reformation eingeführt und der letzte Abt floh nach Radolfszell. Die Stadt Zürich verkaufte dann 1543 die Besitzungen und Rechte des ehemaligen Klosters an das Herzogtum Württemberg.
In Stein ist noch viel von der ehemaligen Klosteranlage zu sehen (siehe beiliegendes Foto und im Vergleich dazu die älteren Darstellungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert). In den beiden Gebäuden mit Krüppelwalm (rechts auf dem Foto oben) haben die letzten Äbte residiert. Dort wurden vermutlich auch Abordnungen vom Rotfelder Widemhof empfangen.

Stein von Süden nach Matthäus Merian um 1642

St. Georgen von Süden von Paulus Usteri um 1800.
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