Bundenbach - Einblick in die Keltenzeit

Bundenbach - Einblick in die Keltenzeit

Die Altburg von Bundenbach ist das östlichste Glied einer Befestigungskette, die sich, vom Otzenhausener Ringwall im Westen beginnend, in einer Linie über den Kamm des Hunsrücks hinzieht.

Die 1971 - 1974 unter Dr. R. Schindler vom Rheinischen Landesmuseum Trier durchgeführten Ausgrabungen gehören zu den bedeutendsten nach dem Kriege in der Bundesrepublik Deutschland.

Erstmals gelang es hier nämlich, nicht nur den Aufbau der Befestigung zu klären, sondern auch den gesamten Plan der Innenbebauung einer keltischen Burg aufzudecken. 

 
Das war möglich, weil aufgrund der vorherrschenden Pfostenbauweise die Ständerpfosten (ca. 3.600) der Gebäude und Zäune bis in den anstehenden Schieferfels eingetieft waren. Die Pfosten der Rekonstruktionen sind in die alle noch original vorhandenen Löcher eingelassen.

Die sehr dichte Innenbebauung lässt zwei Zonen erkennen. In der Oberburg ist gleich hinter dem Wall ein nochmals zweigeteilter Bereich mittels eines jetzt rekonstruierten Palisadenzaunes von der Unterburg abgeteilt. Die Rekonstruktionen beschränken sich auf diesen Bereich, der aber nur etwa ein Viertel des ähnlich dicht bebauten Innenraumes ausmacht. 

Die Oberburg zeichnet sich durch weitere Besonderheiten als wahrscheinlicher Sitz des Burgherren aus, so durch einen unter dem Schutzhaus erhaltenen Felskeller zu einem vermutlich besonders großen Oberbau.

 
Bei den Rekonstruktionen wurden die beiden häufigsten Gebäudetypen berücksichtigt: Die Speicher auf kleinerer Grundfläche ruhen auf 4 oder 6 ursprünglich besonders mächtigen Pfosten. 

Zum Schutz gegen Nager und Bodenfeuchtigkeit ragt der verzimmerte Speicherkasten über und ist aufgesetzt. Um den bei den Rekonstruktionen gegebenen Spielraum zu verdeutlichen, ist einer der Speicher nicht mit Flechtlehm sondern mit Brettern ausgefacht. 

Solche Speicher sind auf der Altburg derart zahlreich vertreten, dass dafür zumindest auch die Funktion eines befestigten Stapelplatzes angenommen werden kann. Aufgrund der Konstruktionsweise der Häuser eignen sich diese selbst nicht für das Stapeln nennenswerter Lasten auf dem Dach.


Aus: Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Hunsrück
Die ebenerdigen Wohnhäuser sind relativ klein und waren vermutlich nicht zur Aufstallung von Vieh bestimmt. Paarig gegenüber stehende, vierkantig zugerichtete Wandpfosten sind durch Querbalken zu Jochen verbunden, diese durch ausgekämmte Balken im Wandverlauf verbunden. 

Die Firstpfette, auf der wiederum die Sparren liegen, ruht auf Firstsäulen in der Mittelachse des Hauses, von denen 2 in der Giebelwand sichtbar sind. Die Ausfachung der Wände erfolgt durch ein Flechtwerk aus Staken und Ruten, verputzt mit Lehm. 

In den Stampflehmfußboden war zweifellos die offene Feuerstelle eingelassen, deren Rauch vermutlich durch das Stroh- (jetzt Reet-)Dach abzog.

Besonders hinsichtlich der Ausführung von Details ist zu betonen, dass die Rekonstruktionen ein Kompromiss sind zwischen den archäologischen und baugeschichtlichen Vorgaben und den finanziellen, technischen und personellen Möglichkeiten.

Weiterführende Literatur


ISBN 3-8053-0303-3
Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Band 34 (Westlicher Hunsrück: Bernkastel Kues · Idar-Oberstein · Birkenfeld · Saarburg)

Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1977


ISBN 3-87022-183-6
Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Hunsrück

Herausgeber Hunsrückverein e.V.

Verlag Arbogast, Otterbach, 1993

 


ISBN 3-8062-1596-0

Menschen · Zeiten · Räume
Archäologie in Deutschland


 
- externer Link    [Gemeinde]    [Tourismus]    [Vereine]    [Kirche]    [Gewerbe]   

Homepage
last update: 15.03.2010
© ´2010 Ortsgemeinde Bundenbach
Email:
info@bundenbach.de
Impressum
Webmaster:
peter.holze@hunsnet.de
http://www.ferienland-hunsrueck.de