Eine der ältesten Burgen des Hunsrücks ...

Eine der ältesten Burgen des Hunsrücks ...

Die Schmidtburg in ihrer heutigen Form und Größe entstand im Hochmittelalter. So lässt es sich auch erklären, dass sie erst im Jahre 1084 urkundlich erwähnt wird. Erbauer dieser Burganlage waren die Emichonen, eine Familie, die im Nahegau als Untergrafen der Salier aufgetreten waren und aus deren Geschlecht u.a. die späteren Wildgrafen als ein Hauptstamm hervor gegangen sind.

1107 nennen sich die Emichonen erstmals in einer Urkunde nach ihrer ältesten Burg Grafen von Schmidtburg. 

Im Gegensatz zu der fränkischen Fluchtburg dient die spätmittelalterliche Burg auch als Wohnsitz, wodurch es sich erklären lässt, dass sich der Adel zunehmend nach seinen Residenzen benennt. 

Da der Burgenbau in Form und namentlicher Benennung in etwa zeitgleich liegen, lässt sich folgern, dass die Schmidtburg in ihrer heutigen Form gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sein muss.

In den nächsten Jahrhunderten ergaben sich infolge mehrerer Erbteilungen familiäre Auseinandersetzungen innerhalb der verschiedenen wildgräflichen Linien. Von diesen Problemen blieb auch die Schmidtburg nicht verschont, denn als direkte Folge einer verwandtschaftlichen Auseinandersetzung kam sie 1324 in den Besitz des Erzbischofs Balduin von Trier, der dadurch einen wichtigen Stützpunkt für seine expansive Territorialpolitik erhielt. Die Wildgrafen waren nicht bereit, sich mit dem Verlust der Schmidtburg so einfach abzufinden. So kam es im Rahmen dieser Erbauseinandersetzung zu insgesamt drei Fehden, deren Höhepunkt die sog. "Dhauner Fehde" (1337 - 1342) darstellte. 1342 mussten sich die Wildgrafen endgültig geschlagen geben, die Schmidtburg blieb im kurtrierischen Besitz. Sie wurde nun als Sitz eines trierischen Amtmannes ein Instrument der Verwaltung, die Burg wurde zum eigentlichen Verwaltungszentrum vor Ort.

In dieser Zeit erhielt die Anlage ihre heutige Größe. Der Erzbischof baute zielstrebig das Burgmannenwesen aus; Burgmannen waren Adlige, die sich verpflichteten, die Burg zu schützen und zu diesem Zwecke einen Teil des Jahres auf der Burg wohnten. Für ihre Dienste wurden sie mit Geld, Gütern und Nutzungsrechten belohnt. 

Zur Zeit Balduins betrug der Stamm an Burgmannen etwa 7 - 9 Personen mit ihren Familien und Bediensteten. Viele dieser Burgmannen haben den Namen der Schmidtburg angenommen, ohne dass eine verwandtschaftliche Beziehung besteht. In dieser Zeit taucht auch das Wappen mit der silbernen Schnalle auf, über dessen Entstehung nichts bekannt ist.

Die Burg selbst wurde zum Handelsobjekt der Trierer Erzbischöfe, die sie mehrfach verpfändeten. Wehrtechnisch hatte die Schmidtburg mit der Erfindung der Feuerwaffe ihre Bedeutung verloren. So wundert es nicht, dass die Burgmannensitze auf der Unterburg im 16. Jahrhundert nicht mehr bewohnt waren und die gesamte Anlage bereits starke Zerfallserscheinungen aufwies.

Den 30jährigen Krieg überstand die Schmidtburg unbeschadet, wenn man von einer Plünderung durch schwedische Truppen absieht. 1688 sprengten französische Soldaten im Zusammenhang mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg die Oberburg, bei der Unterburg war eine Sprengung nicht mehr erforderlich. 

Lange Jahre stand die Burg als Ruine, erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurden auf der Oberburg Wohnungen und Wirtschaftsgebäude wieder hergestellt. Hier lebte bis zum Jahre 1798 ein kurtrierischer Amtmann mit seiner Familie. Die letzten Bewohner der Schmidtburg waren ein alter Knopfmacher und der Räuberhauptmann Schinderhannes.

Während für das Jahr 1809 noch ein Besitzwechsel der Burg dokumentiert ist, lässt es sich zur Zeit noch nicht erklären, wie die Anlage im Laufe des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Gemeinde Schneppenbach gekommen ist. Die Reste der Burg wurden von den Einwohnern der umliegenden Ortschaften als Steinbruch genutzt, die verbliebenen Ruinen waren Wind und Wetter ausgesetzt, von der Vegetation überwuchert, so dass die Schmidtburg in Vergessenheit geriet. Daran änderte auch nichts, dass 1898 eine erste Bestandsaufnahme der Überreste gemacht wurde.

- externer Link    [Gemeinde]    [Tourismus]    [Vereine]    [Kirche]    [Gewerbe]   

Homepage
last update: 07.09.2010
© ´2010 Ortsgemeinde Bundenbach
Email:
info@bundenbach.de
Impressum
Webmaster:
peter.holze@hunsnet.de
http://www.ferienland-hunsrueck.de